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12.11.2018, Forderungsmanagement: Verjährung von Forderungen 2018

Mit Ablauf des 31. Dezember 2018 verjähren alle Ansprüche des täglichen Geschäftsverkehrs, die der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren unterliegen. Somit verjähren alle Forderungen, die 2015 entstanden sind (§ 195 BGB).
 
In rechtlicher Hinsicht bedeutet der Eintritt der Verjährung, dass z. B. für Forderungen aus Kauf- und Werkverträgen der Schuldner sich auf die Verjährung berufen kann mit der Folge, dass der Anspruch zwar besteht, aber nicht mehr durchgesetzt werden kann (§ 214 BGB).
 
Ich weise daher darauf hin, dass vor Ablauf des 31. Dezember 2018 alle Forderungen geprüft werden sollten. Es verjähren mit Ablauf des 31. Dezember 2018 alle Forderungen, die im Jahr 2015 entstanden sind (§ 199 Abs. 1 BGB). Entstanden ist ein Anspruch auf den Kaufpreis oder Werklohn, wenn der Unternehmer die vertragliche Leistung erbracht hat. Auf die Rechnungstellung kommt es nicht an! Es ist daher rechtzeitig vor dem 31. Dezember 2018 zu prüfen, ob Sie im Jahr 2015 Leistungen erbracht haben, die noch nicht bezahlt sind. Sollte dies der Fall sein, so müssen Sie sich um geeignete Maßnahmen zur Verjährungsunterbrechung kümmern.
 
Achtung: Mahnungen verhindern die Verjährung von Forderungen nicht! Zahlt ein Schuldner nach Erhalt einer Mahnung eine Rate, hat dies ggf. für Sie den Vorteil, dass die Verjährung unterbrochen wird (§ 212 BGB) und ab dem Tag der Zahlung (taggenau!) erneut eine dreijährige Verjährungsfrist läuft.
 
Falls Sie solche Forderungen feststellen und der Kunde die Forderung nicht schriftlich anerkennt, müssen Sie im Zweifel eine gerichtliches Mahnverfahren einleiten oder eine Klage rechtzeitig erheben.
 
Es empfiehlt sich grundsätzlich, einen Anwalt einzuschalten, damit dieser auch die Solvenz des Schuldners prüfen kann. Wenn z. B. ein Insolvenzverfahren läuft, ist es nicht sinnvoll, einen Mahnbescheid zu beantragen oder eine Klage zu erheben, da Forderungen durch Einzelzwangsvollstreckungsmaßnahmen nicht durchgesetzt werden können. Hier ist eine Anmeldung zur Eintragung in die Insolvenztabelle erforderlich! „Gutes Geld sollte schlechtem nicht hinterhergeworfen werden“
 
Steuerlicher Hinweis: Falls Forderungen uneinbringlich geworfen sind, kann der bilanzierende Unternehmer (Soll-Versteuerung bei der Umsatzsteuer) die bereits in Rechnung gestellte und an das Finanzamt abgeführte Umsatzsteuer berichtigen bzw. zurückfordern (§ 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG). Sie haben einen Forderungsausfall also stets nur mit dem Netto-Rechnungsbetrag zu „verkraften“. Laut der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes ist eine Forderung uneinbringlich, wenn der Anspruch auf Entrichtung des Entgeltes nicht erfüllt wird und bei objektiver Betrachtung damit zu rechnen ist, dass die Entgeltforderung ganz oder teilweise auf absehbare Zeit nicht durchgesetzt werden kann.
 
Ich hoffe, Ihnen hiermit eine Anregung zum Forderungsmanagement zum Jahresende 2018 gegeben zu haben. Für Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
 
Ich danke für Ihr Interesse.